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Die kleine Frankfurter Schule des Essens und des Trinkens


"Über Geschmäcker läßt sich nicht streiten", mit diesem Unsinn weiß schon jedes Kind ein mögliches Argument abzuwehren. Die kulinarische Neigung jeder Einzelnen entzieht sich der Sprache, so die Unterstellung, sie ist gar derart individuell, dass selbst der gute Wille der eifrigen Esserin nichts auszurichten vermag - der Spinat schmeckt eben nicht und dass er einmal munden könnte, ist unvorstellbar. Das Vorurteil besagt: Der Geschmack übersteigt die Vernunft und so auch ihren gesellschaftlichen Ursprung, weder über das eine noch über das andere sei da noch zu streiten. Und wenn sich doch das schüchterne Bewusstsein davon einstellt, dass der allereigenste Geschmack dem Durchschnittsgaumen erschreckend ähnelt, ist darauf Verlass, dass dieses mit dem nächsten Bissen schon wieder verdaut ist.

Detlev Claussen studierte im Frankfurt der 60er Jahre und lehrte anschließend als Professor in Hannover. Im angekündigten Vortrag wird er die Stellung des Schmeckens und des kulinarischen Genusses im Kapitalismus reflektieren.

Vortrag von Detlev Claussen

Veranstaltet von der Institutsgruppe Philosophie