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Aufstände in den arabischen Staaten
Vortrag und Diskussion mit Eldad Beck

In vielen arabischen Regionen wie Tunesien, Ägypten, Algerien, Bahrain und sogar im Gazastreifen gingen und gehen vor allem junge Leute auf die Straße, rebellieren gegen die autokratischen Machthaber ihres Staates, fordern Freiheit und Demokratie. Auch wenn dies viele hoffnungsfroh stimmen mag, weiß niemand in welche Richtung sich die Protestbewegungen schlussendlich entwickeln werden. Es bleibt das Unbehagen, dass sich politische Kräfte durchsetzen könnten - wie etwa die Muslimbruderschaft in Ägypten -, die nicht nur die Existenz Israels bedrohen, sondern jegliche Emanzipationsbestrebungen im Nahen Osten konterkarieren würden.

Der steten Forderung nach Demokratisierung zum Trotz verhärtete sich über die Jahre in den westlichen Gesellschaften das Bild "des Arabers", der zu Demokratie angeblich gar nicht fähig sei und deshalb mit der Peitsche niedergehalten werden müsse, auf dass die "Stabilität" der Region nicht gefährdet würde.

Sowohl die USA als auch die EU befinden sich in einem Dilemma, haben sie doch jahrelang mit den mittlerweile teilweise gestürzten arabischen Potentaten kooperiert. Wie sehr der von den Neocons unter George W. Bush eingeführte neue Kurs einer Demokratisierung des Nahen Ostens sich nun auch in der Demokratischen Partei der USA durchgesetzt hat, wird sich zeigen.

Für Israel scheint die Lage unklar: Ägypten und Jordanien haben als einzige Nachbarn Friedensverträge mit Israel. Ob und in welcher Weise sich die Haltung der arabischen Staaten zu Israel nach den Rebellionen ändert, bleibt fraglich.

Eldad Beck, Korrespondent der größten israelische Tageszeitung "Yedioth Ahronoth", hat die Entwicklungen vor Ort live miterlebt. Er fordert, dem Aufbruch in der arabischen Welt hoffnungsvoll zu begegnen. Dennoch müssen seiner Meinung nach dem Optimismus durch die Sorge eines Erstarkens des politischen Islams Grenzen gesetzt werden. Nicht zuletzt wird Eldad Beck die Konsequenzen der Rebellionen für Israel in seinem Vortrag behandeln.

Montag, 21. 3. 2011, 20:00
Hörsaal A, Unicampus, Hof 2, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien